Eines meiner Probleme ist neben den Aufmerksamkeitsproblemen mein Drang nach "Kicks". Dies können Dopaminschübe beim Sport sein. Aber auch Adrenalinschübe durch gefährliche Situationen. Für mich kann ich diesen Drang auf einen ähnliche Art begegnen wie den Aufmerksamkeitsproblemen. Jedoch gibt ein paar wichtige Entscheidungen, welche ich hier aufzeigen und erläutern möchte.
Der Weg
Eine der wichtigsten Entscheidungen ist dabei die Gesetzestreue und das Wagniss das man eingehen möchte. Ich wurde stark traditionel und gesetztestreu erzogen. Jedoch bin ich auch stark mitfühlend und möchte niemandem leid zuführen. Dies führt dazu, dass ich in den Möglichkeiten für Kicks eingeschränkter bin.
Diese Entscheidungen trifft jeder Mensch für sich selber. Man muss auch mit den Konsequenzen selber klarkommen.
Untenstehend folgen verschiedene Kick-Quellen und meine Meinungen dazu.
Sport
Ein einfacher Weg ist die sportliche Verausgabung und das sogenannte Sportlerhoch. Jedoch kann ich aus verschiedenen körperlichen Gründen dieses Hoch nicht immer erreichen. Auch ist es je nach Arbeit nicht ideal wenn man sich regelmässig mit Sport körperlich an die Grenzen bringt.
Extremsport
Dabei spiele ich nicht auf stark körperlich fordernden Sport an. Mehr jedoch auf Sportarten, welche Gefahr beinhalten. Dazu gehören für mich Klettern oder auch Mountenbiken, jedoch gehören viele weitere Sportarten dazu. Dabei können die Sportarten total sicher ausgeführt werden. Auf der anderen Seite kann man die Sportarten auf die Spitze treiben, was die Gefahr betrifft.
Ich bevorzuge das Mountenbiken. Dabei bin ich nicht in Downhill-Trails unterwegs, sondern mehrhetlich auf geteerten Strassen. Ich besitze ein Mountenbike, um auch auf Feldwege oder Trampelpfade ausweichen zu können.
Einen grossen Kick habe ich mir auf Europas steilster Busstrecke geholt. Diese ist am Anfang nur eine normale Strasse in den Bergen. Jedoch geht es am Ende für mehr als einen Kilometer steil nach oben über enge Kurven und schmale Stellen. Der letzte Abschnitt ist dabei auf beiden Seiten von senkrechten Felswänden umgeben. Zum einen gabe es einen Kick fürs Erreichen des Endes der Strecke. Jedoch war das Gefühl beim Herunterfahren der Strasse mit den engen Kurven viel stärker. Dabei gibt es zwei zusätzliche Gefahren. Zum einen Eetgegenkommende Autos oder Postautos. Da die Strasse nicht sehr breit ist, kann man höchstens auf Sichtweite fahren. Die zweite Gefahr besteht darin, dass der unterste Abschnitt sich in der Nähe von einem Wasserfall befindet und somit je nach Wassermenge und Wetter die Strasse nass und rutschig werden kann.
Für mich entsteht der Kick beim Extremsport dabei durch die hohe Konzentration, welche nötig ist, um die Aufgabe unbeschadet zu schaffen. So reichen auch schon ein enger Trampelpfad eine Wiese hinunter. Wobei die Spur nicht viel breiter ist als die Fahrradreifen. Auch ist er so ausgetretten, dass sich die Reifen darin einkeilen können, was zu einem unfreiwilligen Absteigen führen würde.
Jedoch ist es auch wichtig, seine Möglichkeiten genau zu kennen. Den Trampelpfad von vorher würde ich nicht fahren, wenn sich auf einer Seit ein Stacheldraht befindet. Bei einem Sturz würde ich mir üble Wunden zufügen. Wenn ich den Pfad 100 mal Problemlos gefahren bin und nie abgestiegen wurde, würde ich eine Fahrt mit Stacheldraht in Betracht ziehen. Jedoch trotzdem nicht wagen, da es Dinge gibt, welche ich nicht kontrollieren kann. So könnte ein Wanderer vor mir einen Stein losgetretten haben, welcher das Vorderrad wegrutschen lassen würde.
Für gewisse Personen ist dies jedoch genau die Gefahr, welche sie für einen Kick brauchen. Ich bin zum Glück nicht an diesem Punkt. Auch sollten dabei keine anderen Menschen in Gefahr gebracht werden. So halte ich mich beim Mountainbokefahren auf einer kurvigen Bergstrecke an die Regel, das ich auf der halben überblickbaren Strecke anhalten können muss. Man weiss nie, was hinter der nächsten Kurve wartet.
Blaulicht
In seiner Biografie beschreibt Scott Kelly, Astronaut bei der NASA, seine Faszination für den Dienst als Rettungssanitäter als das Ungewisse. Er wusste nie was ihn erwartet und welche Gefahren ihm begegnen. Für gewisse Menschen kann das angehöhren an eine Blaulichtorganisation eine Quelle der nötigen Kicks sein.
Ich bin Mitglied bei einer freiwilligen Feuerwehr. Jedoch nicht wegen den Kicks. Es ist schon so, dass ein eingehender Alarm den Adrenalinspiegel nach oben jagt. Auch fordert ein Einsatz viel von mir und kann am Ende einen Kick auslösen. Jedoch ist dies ein gefährlicher Bereich. So gibt es immer wieder Feuerwehrleute, welche selber Brände legen, weil sie nicht genügend Kicks durch die bisherigen Einsätze bekommen haben. Auch führt die Suche nach Kicks bei den Einsätzten dazu, dass man waghalsigere Manöver durchführt. Dabei begibt man sich und seine Kameraden in Gefahr. Dies wird zu mehr Arbeit führen, bei Einsätzen, wo verfügbare Kräfte eh schon beschränkt sind.
Ich bin in der Feuerwehr, um anderen Menschen helfen zu können und um eine Verbindung zum Dorf zu haben. Die Kicks sind eher gegenläufig für mich. So kann ein Probealarm schon einen Adrenalinstoss auslösen, welcher jedoch meine Konzentrationsfähigkeit bei der Arbeit weiter schrumpfen lässt. Auch ist die Erschöpfung für mich nach einem langen Einsatz höher als die Befriedigung durch die Kicks während und nach dem Einsatz. Ich nutze die Adrenalinstösse während dem Einsatz, um schneller und besser agieren zu können. Jedoch suche ich nicht die Gefahr, um solche Schübe zu erreichen.
Social Media
Ein Thema welches immer wieder heiss diskutiert wird, sind die Social Media. Diese sind darauf ausgelegt, den Menschen möglichst lange auf der Plattform zu halten. Dies wird zum Teil durch einen Dopaminhit erreicht. So findet man unter hunderten Memes ein orginelles, welches einen zum Lachen bringt. Nun scrollt man einfach weiter, in der Hoffnung noch einmal einen solchen Hit zu verspühren.
Ich war fürher auch viel auf 9Gag und später Reddit unterwegs. Zum einen haben sich beide Platformen in eine Richtung entwickelt, welche ich nicht gut fand. Ausserdem habe ich irgendwann wahrgenommen wie viel Zeit ich auf diesen Seiten verbringe. Dies reichte für mich aus, um mich von ihnen zu lösen. Das ist für viele Menschen nicht so einfach. Auch hat mich dieser Schritt mit einer grossen Kickquelle weniger zurückgelassen.
Ein weiterer Weg um sich auf Social Media einen Kick holen zu können ist das Posten. Dabei versucht man mit seinem Post möglichst viele Reaktionen zu erreichen. Je höher diese Zahl, desto höher der Dopamin Rausch. Jedoch führt eine gewisse Abstumpfung dazu, dass man immer extremere Posts machen muss, um höhere Zahlen erreichen zu können und einen Dopaminstoss zu bekommen.
Bubenstreiche
Dieser Abschnitt ist schwierig zu bennen. In letzter Zeit wurden vor allem durch Social Media immer wieder Challanges verbreitet. Dabei gab es gute Challanges, wie zum Beispiel die Ice-Bucket-Challange. Auf der anderen Seite wird dadurch zum Teil auch dummes Verhalten gefördert. Zum Beispiel die Challange während Corona, Türklinken oder ähnliches abzulecken. Solche Aktionen schaden meistens nur der durchführenden Person. Jedoch können auch andere Personen dabei zu Schaden kommen. So könnte man sich beim Beispiel vorher mit Corona Anstecken und einen schweren Verlauf haben. Dabei blockiert man Krankenhausmaterial und -personal, welches sonst für andere Patienten zur Verfügung stehen würde.
Extremer wird es, wenn man mit seinem Verhalten direkt andere Personen gefährdet. So gibt es Personen, welche sich im Stadtverkehr die Augenverbinden und mit einem E-Scooter über eine Krezung fahren.
Schlimmer finde ich Aktionen, bei welchen direkt andere Personen angegriffen oder verletzt werden. So gabe es eine Zeit lang die Knock-Out-Challange. Dabei musste man eine fremde Person mit einem einzigen Schlag K.0. schlagen. Aber es gibt auch Aktionen, bei denen Passanten erschreckt werden. Bei 99% der Fälle ist dies kein Problem. Jedoch kann dies bei vorbelasteten Personen zu ernsthaften Beschwerden führen. Dies ist für mich Grund genug, solche Aktionen nicht durchzuführen.
Solche Aktionen sind zu meist darauf ausgelegt, dass sie gefilmt und anschliessend im Netz möglichst viele Klicks erreichen sollen. Aber darüber habe ich schon im vorherigen Abschnitt geschrieben.
Gefahren
egal welchen Weg man einschlägt um seine Kicks zu bekommen, so entstehen immer Gefahren dadurch. Ein Bewusstsein für diese und seine eigenen Grenzen ist extrem wichtig.
Ein grosse Gefahr ist das Abstumpfen. Dabei bringt die gleiche Leistung nicht mehr den gleichen Kick. Bei gewissen Bereichen kein grossen Problem. So zum Beispiel beim Sport. So wird man durch die dauernde Belastung immer fitter und kann somit grössere Strecken rennen oder technisch schwierigere Strecken mit dem Mountainbike zurücklegen. Jedoch gibt es dort auch Grenzen, welche man nicht so leicht ausweiten kann. So ist es irgendwann nicht mehr ökonomisch, jeden Abend eineinhalb Stunden zu rennen, nur um einen Kick zu bekommen.
Viele der anderen Quellen sind von äusseren Faktoren abhängig und sind damit schlecht steuerbar. So kann ich nicht auf gesetzestreue Weise mehr Feuerwehreinsätze erwirken. Auch kann man auf Social Media die Anzahl an Likes nicht direkt steuern.
Eine andere Gefahr ist, dass sich die Sucht nach Kicks auf das normale Leben auswirkt. So fährt man mit dem Auto gefährlichere Manöver, fährt über dem Tempolimit oder fährt zu schnell um Kurven, ohne dass man weiss was sich hinter der Kurve befindet. Das Problem hierbei ist, dass man nicht nur sich selber in Gefahr bringt. So ist ein Autounfall für beide Seiten gleich schlimm. Wobei jedoch die Art des Autos ein entscheidender Faktor.
Am Ende muss man selber entscheiden wie viel Risiko man eingehen möchte. Auch ob man mit gesetzlichen Konsequenzen leben kann. Wird durch zu agressives oder schnelles Fahren mit dem Auto ein Unfall ausgelöst, kann dies zu hohen Bussen, Freiheitsstrafen oder Regress führen. Dabei hat man die Entscheidung, welche zum Unfall führte, selber getroffen.
Da ich bei der Feuerwehr auch in der Strassenrettung tätig bin und daher die Verunfallten von der Strasse kratzen muss, bin ich ein Gegner von Kicks durch übertriebenes Autofahren auf öffentlichen Strassen.