Emotionen sind schön und gut. Sie lassen dem Leben einen Sinn zukommen und steuern unsere Instinkte. Lernt man nicht mit seinen Emotionen umzugehen und diese gezielt einzusetzten, kann dies zu Situationen und Handlungen führen, welche man im Nachgang lieber vermieden hätte. Auch können ungezügelte Emotionen zu Stress führen oder ihn verstärken. Auch bestimmen unsere Emotionen unsere Träume und unser Unterbewusstsein.
Ich bin kein Psychologe oder Psychiater. Noch habe ich irgendeine Ausbildung in diesem Bereich genossen. Daher basiert dieser Artikel auf meinen persönlichen Erfahrungen und Erfahrungen von Bekannten. Die Beispiele stammen aus meinem eigenen Leben und aus dem Leben von Bekannten. Jedoch sind sie abgeändert und spiegeln nicht meine oder die Gefühle meiner Bekannten wieder.
Wieso nicht blockieren?
Ich habe im Titel bewusst die Formulierung "umzugehen" gewählt, da ich nie viel Erfolg hatte meine Emotionen zu blockieren. Emotionen zu blockieren kann einem kurzzeitig eine Minderung bringen. Jedoch können die Emotionen irgenwann ervortreten und einem durch die angestaute Masse überwältigen. Sprich das Blockieren von Emotionen verschiebt das Problem zeitlich nach hinten. Auch können die Emotionen in einem ungewollten Moment hervorbrechen.
Für kurze Zeitintervalle kan ein blockieren Nützlich sein. Wenn ich grosse Änderungen an der Infrastruktur vornehme oder einen grösseren Bug jage, so habe ich keine Zeit meine Emotionen zu verarbeiten. Jedoch sollte ich mir möglichst bald die Zeit dazu nehmen.
Was ist mit ignorieren?
Aus meiner Sicht ist Ignoration nie eine Lösung. Egal ob es sich um Emotionen oder um sonstige Probleme handelt.
Ein Ignorieren kann nur zu einem unbemerkten Anwachsen und anschliessendem Überrollen führen. Der Unterschied zwischen Blockieren und ignorieren ist, das man sich beim blockieren bewusst ist, dass da Emotionen sind. Während man beim Ignorieren so handelt, als währen gar keine Emotionen vorhanden.
Was kann helfen?
Wie schon gesagt, ich bin weder Psychiater noch Psycholog. In meinen Erfahrungen kann man Emotionen nur verarbeiten. Das heisst man gesteht sich die Emotionen und ihre Ursachen ein. Anschliessend kann man an den Ursachen arbeiten.
Dabei sollte man sich mit den Ursachen ausseinandersetzten. Das heisste nicht direkt radikal jede Wutursache aus dem Leben streichen oder alles was Liebesgefühle erzeugt vergöttern und um sich scharen.
Wut
Meistens tretten Emotionen gemeinsam auf. So kann ein Familienmitglied Wut erzeugen, weil es den gleichen Fehler mit der gleichen Begründung immer wieder wiederholt und dabei Ratschläge und Hinweise nicht zu Herzen nimmt.
Der logischte Weg zur Ursachenbekämpfung wäre, den Kontakt zu dieser Person abzubrechen. Da man jedoch meistens auch positive Emotionen mit Familienmitgliedern verbindet, kann dies schwierig sein. Auch sollten solch radikale Entscheidungen nie vorschnell getroffen werden.
Zuerst sollte man mit der Pesron sprechen und versuchen ihr Handeln zum Besseren zu beeinflussen. Sollte dies nicht möglich sein, so kann man mit der Pesron grenzen definieren, um die nicht mehr über das Problem zu sprechen. Oder wenn nötig jeweils nur oberflächlich. Dies braucht jedoch Zeit und sollte nicht schon nach wenigen Tagen beurteillt und für gescheitert erklärt werden. Jedoch setzt dies eine Handlungsbereitschaft von beiden Seiten voraus.
Nur wenn dies nach mehreren Versuchen nicht gelingt, sollte man über einen stark Kommunikationsreduzierung oder gar -einstellung diskutieren.
Liebe
Komplizierter wird es mit der Liebe. Diese Emotion hat schon viel Schaden in der Weltgeschichte angerichtet. Auch kann sie im kleinen viel Schaden anrichten, wenn sie nicht kontrolliert wird. Da die erfolgreiche Liebe meistens zwei Menschen mit gegenseitigen Gefühlen voraussetzt, können mühsame Sitautionen entstehen.
Aus meiner Sicht sollte man dem durch Aussprechen entgegentretten. Jedoch sollte man sich nie in eine bestehende Beziehung einmischen. Wenn dann soll die andere Seite den Schritt machen. Ansonsten kann der Partner dies einem immer wieder vorhalten: "Ich habe meinen Ex-Freund für dich verlassen". Ich habe sollche Situationen schon erlebt.
Ist man in einer solchen Situation am besten mit Abstand beraten. Man kann hoffen dass die bestehende Beziehung zu einem Ende kommt, jedoch ist dies aus meiner Sicht nicht empfehlenswert. Man kann nicht voraussehen, ob die Beziehung hält oder nicht. Aktiv in die Beziehung einzugreifen ist auch nicht zu Empfehlen, da man damit eine erfolgreiche Beziehung zerstören kann ohne zu wissen, ob man selber Chancen hat.
Man sollte nicht dem nachtrauern, was hätte sein können. Besser man schaut nach vorne. Eventuel trifft man jemanden, der besser passt.
Ein Auge nach hinten zu richten kann nicht Schaden, ist aber auch schwierig. So kann man sich nicht auf eine andere Beziehung einlassen, wenn man dauernd an den alten Emotionen hängt.
Wie gehe ich mit den Emotionen um
Reden hilft. Dies kann ein Freund, ein anderes Familienmitglied oder auch eine aussenstehende Person sein. Dabei ist es nicht einmal wichtig, dass man einen Rat daraus resultiert. Nur schon der Akt des laut Aussprechens kann helfen.
Es kann auch nützen, wenn man mit verschiedenen Personen darüber spricht. Jeder Mensch ist einzigartig. Daher können unterschiedliche Menschen auch unterschiedliche Sichtweisen einbringen.
Dabei ist wichtig, dass man sich über seine Emotionen klar ist und sich diese auch eingesteht. Ansonsten kann jeder Rat und jede Hilfestellung nicht viel ändern, da sie das falsche Ziel ansteuern. Wenn man sich über seine Emotionen klar ist, kann dies auch einen gewissen Teil des Stresses nehmen.
Ablenken kann die Gewalt der Emotionen mindern. Wie jedoch weiter oben beschrieben, ist das totale Verdrängen keine dauerhaft Lösung. Sport hilft mir beim kontrollieren, da der Körper weniger Energie für die Emotionen hat. Ist man jedoch einmal nicht in der Lage Sport zu treiben, so kann dies wie beim Unterdrücken zu einer Welle von Emotionen führen welche einen Überrollen kann.
Dies ist mir erst kürzlich passiert. Dabei hatte ich eine Emotion ziemlich im Griff. Eine kurze Grippewelle hat mir die Möglichkeit auf Sport genommen und mich nach drei Tagen in vollkommener Kontrolle der Emotion zurückgelassen.
Die Hoffnung kann in vielen Situationen den Menschen beflügeln. Wenn es um Emotionen geht kann dies jedoch eher negative Folgen haben. Die Hoffnung kann einem das Gefühl vermitteln, dass man nur bis zur Änderung der Sitauation ausharren muss. Das man dabei über seine Grenzen hinausgeht und sich dabei selber zerstört ist vielen in diesem Moment nicht klar. Wenn nach dem Ausharren doch klar wird, dass die Sitaution nicht besser wird, kann dies einen noch grösseren Zusammensturz nach sich ziehen.
Fazit
Emotionen und ihre Auswirkungen sind ein komplexes Thema. Ich möchte mir nicht anmassen sie komplett zu verstehen und zu durchschauen. Dieser Artikel soll aufzeigen was meine Erfahrungen sind und was mir geholfen oder eben nicht geholfen hat.
Aber wichtig ist: Ich bin kein Standardmensch und meine Lösungen helfen nicht allen.
Frage bei anderen Personen nach, was ihre Erfahrungen und Tipps sind.