Was ist SFP?
SFP, Small Form-factor Pluggable, ist eine Verbindungsstandart, welcher vor allem für Hochgeschwindigkeitsnetzwerkverbindungen benutzt wird. Dafür gibt es zwei Möglichkeiten. Ein DAC, Direct Attach Cable, oder ein Transceiver, welcher zur Übertragung über Glasfaserkabel benutzt wird.
DACs benutzen zumeist Kupferverbindungen und werden für kurze Verbindungen eingesetzt. Bei Datencenter für Verbindungen von Switch zu Servern innerhalb von Racks.
Transceiver hingegen werden für längere Kommunikationswege eingesetzt, da Glasfaserkabel weniger Störungsanfällig sind. Zum Beispiel für die Netzwerkzuführung von Rack oder die Standortverbingung
Wieso Standard ohne Rückgrat?
Dazu eine kurze Geschichte. Ziemlich schnell wurde uns bewusst, dass für das Aufsetzten mehrer Laptops mithilfe eines PXE Verfahrens ein schnelles Netzwerk benötigt wird. Wird haben zum Glück einen alten DELL Switch gespendet bekommen, welcher über vier SFP+ Anschlüsse verfügte. Dem entsprechend wurde unser erster selbstgebauter Server mit einer SFP+ Netzwerkkarte ausgestattet. Ich hatte damals die Auswahl zwischen verschiedenen Modellen und entschied mich für eine Intel Karte, da ich Qualität mit dem Markennamen verband und nicht auf eine mir unbekannte Marke setzten wollte.
Bei den Transcievern fiel die Wahl auf Ubiquity Transciever, da diese tiefe Preise kombiniert mit einer bekannten Marke boten. Wer schon einmal mit SFP Netzwerken gearbeitet hat wird das Problem kommen sehen.
Sobald ich die Ubiquity Transciever in die Intel Karte einsetzte, verschwand der zugehörige NIC vom Betriebssystem. In en Systemlogs fand ich die Meldung, dass ich Transciever eingesetzt habe, welche nicht von Intel stammen. Dies habe zu einer Abschaltung der entsprechenden Netzwerkkarte geführt, um allfällige Probleme zu verhindern.
Bei Recherchen online fand ich heraus, das diese Verhalten bei den Karten deaktivieren kann. Dafür wäre nur ein Eintrag in der Konfigurationsdatei des Treibers notwendig. Dies brachte keine Abhilfe. Nach weitern Recherchen wurde klar, das ich den Treiber von der Intel Website herunterladen und manuell installiern muss, damit die Netzwerkkarte akzeptiert wird. Dies ist an sich kein grösseres Problem.
Das Problem manifestierte sich in einer Kombination von Umständen. So deaktiviert ein Kernelupdate alle manuel installierten Treiber. Mein damaliges Betriebssystem der Wahl war Ubuntu Server. Dies verfügt über einen Auto-Updater, welcher wichtige Updates selbstständig herunterlädt und installiert. Dies führt jedoch noch zu keinen Problemen, da das Kernelupdate zur Aktivierung einen Neustart benötigt. Jedoch arbeiteten wird da in einem nicht ausgebauten Dachgeschoss mit viel Holz. Daher fuhren wir den Server jeden Abend herunter und am nächsten Arbeitstag wieder hoch.
Folglich gab es Tag, an welchen der Server hochfuhr, aber der Switch keine Verbindung zum Server aufbauen konnte, da die Intelkarte auf dem vorinstallierten Treiber lief. Jedes mal den manuellen Treiber neu zu installieren wurde mit der Zeit ziemlich lässtig.
Im Internet findet man viele ähnliche Geschichten. Intel ist auch nicht der einzige Hersteller, welcher diese Praktiken einsetzt. Mir ist bekannt, dass gewisse Serverhersteller Supportanfragen ablehnen, wenn die verbaute Hardware nicht auf einer von ihnen erlaubten Liste steht. Das die Hardware aber den Dienst verweigert, wenn nicht getestete Bauteile verwendet werden ist mir bis da nicht vorgekommen. Das Problem hat solche Auswirkungen, das es nun Hersteller von Transcievern gibt, bei welchen man den Hersteller ändern kann.
Für grössere Firmen und Datencenter kann es sich lohnen die teureren getesteten Transciever zu kaufen, wenn man dadurch die Supportleistungen auf der gekauften Hardware erhalten kann. Für kleinere Firmen ist dies jedoch aus Kostengründen nicht möglich.
Für uns führte dies zur Entscheidung nicht mehr auf SFP-Karten der grossen Hersteller zu setzten. So setzten wir momentan Asus SFP+-Karten und QNAP QSFP+-Karten ein. Diese laufen mit einer wilden Kombination von DACs und Transceivern ohne Probleme.
Auf Seite der Switches hat sich der alte DELL Switch und verschiedene Switches der Marke MikroTik bewährt.
Für mich ist es lächerlich, dass der Standart SFP existiert, wenn die Hersteller diesem nicht vertrauen und zusätzliche Eingrenzungen verbauen müssen. Ich habe auch noch nie gehört, dass Motherboards mit Intel-CPUs nur USB-Sticks akzeptieren, welche von Intel getestet worden sind.
Lösungsvorschläge
Wie oben beschrieben, setzten wir auf kleinere Marken, welche nicht für solche Eingrenzungen bekannt sind. Des weiteren zuerst einzelne Exemplare bestellen, welche auf kompatiblität getestet werden können.
Auch die Hersteller, welche ihre DACs und Transceiver umprogrammieren können, sind ein gangbarer Weg. Ich bevorzuge jedoch die Hersteller ohne Eingrennzungen. Dies kann leider jedoch nicht von allen ITlern hundertprozentig umgesetzt werden.